Modellhaft zeigt der mittelfränkische Ort Happurg auf, wie kleinere Gemeinden die Investitionen in den Aufbau einer zukunftssicheren, leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur nahezu halbieren können. Das vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Förderwettbewerbs „Modellprojekte für den Breitbandausbau" zur Realisierung innovativer Lösungen und Geschäftsmodelle für den Aufbau von Hochleistungsnetzen in ländlichen Gebieten“ mit einem Zuschuss von 450.000.- € prämierte Modellkonzept hat die Happurger Verwaltung zusammen mit Experten der Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschafft (NIK eV.) erarbeitet.
Happurg, vor allem bekannt als idyllischer Naherholungsort vor den Toren Nürnbergs, startet damit ins Breitbandzeitalter durch, und zwar mit einem Hochgeschwindigkeitsnetz, das sonst nur in Ballungszentren anzutreffen ist. Bis 2012 investiert Happurg 500.000.- € in ein hochmodernes Glasfasernetz. 90 Prozent der Investition, also weit mehr, als z.B. die Landesförderung möglich macht, trägt davon der Bund. Bürger und Gewerbetreibende starten damit heute in einem Gebiet, das auch mittelfristig von großen Telekommunikationsfirmen nicht versorgt wird, mit zukunftssicheren 50 Mbit/s ins Breitbandzeitalter durch.
Prämiert wurden vom Bundeswirtschaftsministerium innovative Konzepte zur Verlegung von passiven Breitbandinfrastrukturen, z.B. die Nutzung von anstehenden Baumaßnahmen, Leerrohren oder Kanalleitungen zur Aufnahme von Glasfasern. Happurg hat dazu in seinem Wettbewerbsbeitrag alle Planungsinstrumente auf Gemeindeebene ausgeschöpft und sich zudem der Hilfe von Breitbandprofis versichert. Die Gemeinde weist so mit ihrem „Happurger Weg“ auch anderen ländlichen, schlecht versorgten Gebieten den Weg. Bürgermeister Helmut Brückner: „Wir haben es geschafft, mit allen Beteiligten, ob Bauverwaltung, Energieversorgern und natürlich den Netzexperten frühzeitig in eine strategische, ausgefeilte Planung einzusteigen, damit keiner mehr neben dem anderen herwerkelt. So konnten wir alle denkbaren Synergien auf Gemeindeebene konsequent nutzen.“
Hinter dem Happurger Weg steht z.B. ein technischer Expertenkreis, den die Gemeinde zusammen mit dem Landkreis Nürnberger Land an Bord geholt hat: Über die Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft, die ITK-Branchenplattform der Metropolregion, wirkten internationale Netzausrüster wie Alcatel-Lucent, Breitband-Experten wie Broadband United sowie Internet- bzw. Telekommunikationsanbieter wie M-net und Bisping & Bisping mit. Sie erarbeiteten gemeinsam mit der Gemeinde und der in öffentlichen Projekten erfahrenen Firma Adiuvar Professional Project Service ein innovatives Glasfaser-Konzept, das alle kommunalen Baumaßnahmen, von der Wasserleitung bis zum Straßenbau, in den Dienst der Breitbandversorgung stellte. Das Resultat kann sich sehen lassen, was nicht nur der Wettbewerbsgewinn, sondern auch Bürgermeister Brückner unterstreicht: „Für uns als Gemeinde war dieses Fachwissen eine einmalige Chance. Ohne das Know-how und die Unterstützung vor allem der Firma Bisping & Bisping und der NIK hätten wir eine so technisch ausgefeilte Lösung und auch die schwierige Antragsstellung nicht realisieren können.“
Happurg, erging es bisher wie vielen Gemeinden mit landschaftlich reizvoller, damit aber oft schwieriger Topografie: 3.800 Einwohner, verteilt auf 14 Ortsteile und 42 Quadratkilometer Fläche schreckten die großen Telekommunikationsanbieter ab. Damit blieb es für die Einwohner bei Bandbreiten von 2000 Kbit/s im Hauptort bis hinunter zu 384 Kbit/s in manchen Ortsteilen oder Straßenzügen. Zusammen mit dem Sprung ins Breitbandzeitalter ergeben die landschaftlichen Vorzüge nun einen echten Standortvorteil, so Brückner: „In Happurg haben wir jetzt eine modernste technische Anbindung ans weltweite Netz, und das ist nicht nur für unsere Wirtschaft, sondern auch für Privatpersonen in Zukunft eine unabdingbare Voraussetzung. Aber wir haben eben auch noch jede Menge intakter Natur und damit ein Plus an Lebensqualität.“
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Weitere Informationen:
Michael Nordschild
Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft, NIK e.V.
info(at)nik-nbg.de
Tel. +49 (0)911 37 65 000
Theresienstraße 9
90403 Nürnberg