Digitalisierungs-Offensive Nürnberg

Potenziale erkennen - Herausforderungen meistern

Veranstaltungen – Workshops – Expertenzirkel – Einzelberatung – Integrationshilfen

Die Digitalisierung und das massive Wachstum des Internets lösen, u. a. durch die Veränderung von Wertschöpfungsketten, essentielle Umbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft aus. Bisher erfolgreiche Geschäftsmodelle können morgen schon überholt sein, Arbeitsmodelle, Arbeitsprozesse und Qualifikationsanforderungen ändern sich. 


Die Digitalisierungstechnologien und "Industrie 4.0" stellen vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen erhebliche Herausforderungen dar, sie bieten aber auch große Chancen. Intelligente Hard- und Software, die Verknüpfung immer größerer Datensätze bieten erhebliche ökonomische Entwicklungspotenziale. Der Einsatz von Informations- und Kommunikations-technologie steuert Produktionsabläufe und -prozesse effizient und flexibel, ermöglicht neue Wege der Interaktion zwischen Mensch und Maschine, Produktion und Logistik sowie zwischen Unternehmen und Kunden.

Vor diesem Hintergrund wurde die Digitalisierungs-Offensive Nürnberg gestartet, mit dem Ziel die Herausforderungen zu meistern, Potenziale zu erkennen und Unternehmen als aktive Gestalter in Sachen Digitalisierung zu positionieren. Veranstaltungen, Workshops und Einzelberatung sollen dabei unterstützen. Gründungspartner sind das Wirtschaftsreferat der Stadt Nürnberg, Fraunhofer IIS und die NIK. In einem ersten Workshop wurden gemeinsam mit NIK-Mitgliedern Herausforderungen, Chancen und Handlungsfelder identifiziert und im Anschluss ein 10 Punkte-Programm fixiert. Anfang Februar konnten in einem weiteren Workshop, durch die Festlegung neuer Ziele, weitere vier Punkte aufgenommen werden und das Programm wurde auf ein 14 Punkte-Programm erweitert.

Herausforderungen

  • IT-Sicherheit: Die Gewährleistung der Datensicherheit bei vernetzten Geschäftsprozessen steht an erster Stelle. Analog gilt dies für die Sicherheit von Maschinen und deren Bedienung bei vernetzten Systemen.
  • Kommunikationsbarrieren überwinden: IT und Produktion sprechen unterschiedliche Sprachen und kommen aus unterschiedlichen Kulturen.
  • Unklares Kosten-Nutzen-Verhältnis: Die Abschätzung der Kosten-Nutzen-Relation bei Digitalisierungsinnovationen ist von zentraler Bedeutung und ein wichtiges Auswahlkriterium bei Alternativen. Anwendungen, die absehbar mehr Nutzen erwarten lassen, werden priorisiert. Produkte sollten daher so konkret wie möglich beschrieben werden.
  • Abbau von Denkbarrieren: Die Prozesssicht sollte Systemgrenzen von Organisationen überwinden.
  • Mentoring der Führung: Die Führungskräfte sollten Mitarbeitern als Mentoren bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten zur Seite stehen und sie ermutigen, neue Wege zu gehen.
  • Personal: Neue Berufsbilder werden entstehen, viele vertraute werden an Bedeutung verlieren oder ganz wegfallen. Hier müssen frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden.
  • Geschäftsmodellentwicklung: Noch fehlen funktionierende neue Geschäftsmodelle. Wichtig aber ist, daran heute schon zu arbeiten.
  • Wichtig bleibt: Das bestehende Geschäft mit Augenmaß weiterentwickeln (im Sinne von Gutes bewahren), aber auch im Rahmen des Vertretbaren neue Produkte und Geschäftsmodelle testen.
  • Neue Strukturen ermöglichen: Produkte und Dienstleistungen der Zukunft erfordern die Integration unterschiedlichster Disziplinen und deren komplexer Wissensstrukturen.
  • Internationalisierung

Chancen

  • Kundenzentrierung: Die Richtung des Wandels erfolgt für die Unternehmen entlang der Kundenbedürfnisse. Wichtig ist es, sich zu vergewissern, dass die eigene Sichtweise echte und nicht vermutete Kundenbedürfnisse adressiert. Von daher ist es von Bedeutung, auch interne Kundenprozesse zu kennen und Zukunftstrends beim Kunden zu antizipieren.
  • Interdisziplinäre Geschäftsmodelle: Der Wandel erfordert die Zusammenführung bislang getrennter Disziplinen und Kompetenzen, deren unterschiedliche Kulturen, Sicht- und Denkweisen.
  • Externe Sicht integrieren: Wichtig ist es, bei der internen Strategieentwicklung die externe Sicht zu integrieren. Dies kann durch den Einbezug von Kunden bzw. Lieferanten oder durch geeignete externe Beratung erfolgen.
  • Best Practice: Erfolgsbeispiele aus Unternehmen sind wertvoll und dienen als starker Motivator.
  • Start-Up-Gründung: Unterstrichen wird deren Rolle als „Testressource“, um Experimente mit begrenztem Risiko durchführen zu können.
  • Rolle der internen IT: Die Rolle der internen IT sollte mehr hin zu einem strategischen Mitgestalter entwickelt werden.

Vordringliche Handlungsfelder

  • Welche technologischen und prozessualen Lösungen zur Gewährleistung von Datensicherheit sind bei vernetzten Geschäftsprozessen erforderlich?
  • Welche Maßnahmen fördern die Intensivierung der Kundenbeziehungen und Kundenorientierung?
  • Weiterentwicklung interdisziplinärer Geschäftsmodelle
  • Wie kann die externe Sicht in die interne Strategieentwicklung eingebracht werden?
  • Wie kann die Rolle der internen IT von der Sicherung des laufenden Geschäftsbetriebs zum Gestalter digitalisierter Geschäftsprozesse weiterentwickelt werden?

Das 12 Punkte Programm

  Handlungsfelder Maßnahmen Firma - Ansprechpartner
1 Datensicherheit bei vernetzten Geschäftsprozessen Informationsveranstaltungen DATEV - H. Nagler
NCP - H. Lächele
Noris Network - H. Astel
2 Interne IT als strategischer Gestalter IT-Leiterkreis NIK - Dr. Ing. R. Couronné
3 Kundensicht für Digitalisierungsstrategie nutzen Digtital Business Academy NIK - Fr. Stockmeyer
4 Interdisziplinäre Geschäftsmodelle entwickeln Partnerangebote  
5 Beteiligung an der Startup-Community "Mittelstandslounge" im Digitalen Gründer Zentrum Zollhof (DGZ) itecPlus - H. Mager
KURZ Digital Solutions - Dr. Schmitzer
Wirtschaftsförderung Nürnberg - H. Schottenhammer
6 Best Practice aus Unternehmen NIK On-Site goes Digital NIK-Mitglieder
7 Veränderungskultur und Berufsbilder entwickeln Workshops, Events, Anwenderkreis Grundig Akademie - Frau Faust
qSkills - Frau Jacobs
8 unity Embedded Systems Initiative (ESI) FAU - Dr.-Ing Klie
FhG - H. Dünkler
Iscue - H. Zehmeister
9 Digitalisierung in Gebäuden/öffentlichen Räumen ZIM Netzwerk Smart Assisted Secure Home (Smash) / Gebäudedigitaliserung 3D CAD - H. Hustert
N&P - H. Truber
wbg Nürnberg - H. Stücker
NIK - Fr. Kielmann
10 IT4industry Reihe "IT4Industry", Smart Data, Hybride Geschäftsmodelle AncudIT - H. Böhm
IHK Nbg - Dr. Künneth
Siemens - H. Amedick
11 Digitalisierung bei Banken und Versicherungen Digitalisierungslab Adorsys - H. Hamm, H. Schmid
Nürnberger Versicherung - H. Sattler, Dr. Hilburger
12 Digitalisierung im Handel Projekt "Digital Retail" Implexis - H. Ferschl